Team

Temporäres Künstler:innenkollektiv SUPSTANZ 


Yvonne Middelborg

Künstlerische Leitung TEPPICHFLÜSTER
 

1980 geboren in Rostock
2 Töchter
freiberuflich/Rostock +
Tanz
Tanzvermittlung
Tanzpädagogik
Tanztherapie HKiT
Performance
Kuration
Organisation
Vorsitz LAG Tanz M-V e. V.

Über TEPPICHFLÜSTER:
"In Motion. Der Teppich bewegt mich schon lange. Seit meiner ersten Begegnung zieht er mich in seinen Bann. Ich lausche seiner Erzählung mit all meinen Sinnen, tauche ein in die Vergangenheit, das Hier und Heute. Und nehme das Dasein in immer wieder neuen Nuancen wahr. Berühre. Lasse mich berühren. Gehe in Resonanz. Antworte. In Bewegung. Im Schaffen eines Kollektivs, welches aus vielen Akteur:innen besteht. Wir begegnen uns im künstlerischen Arbeiten zu diesem jahrhundertealten Kunstwerk in dessen Zentrum eine Frau steht, die ein Kind hält. Wir kreieren Räume und öffnen sie im künstlerischen Annähern. Im Spiel. Im Anwesendsein im Körper, im Bewegen, im sich bewegen lassen. Im Lauschen. 
Körper, Sinne, Lust, Freude, Neugier, Liebe, Hingabe an das Empfangen, an eine Vision von Frieden und gemeinsamen Schöpfen von Leben und Lebendigkeit im kollektiven und individuellen Positionieen, Probieren, Kreieren ... " 

Anna Rose

Geboren und aufgewachsen im Wendland, nach längerem Aufenthalt in Hamburg nun in Rostock lebend. Neben beruflichen Veränderungen war die Kunst mir ein steter Begleiter; mal mehr, mal weniger präsent.

"Als Textilkünstlerin steht für mich bei der ersten Betrachtung des Marienteppichs die Handarbeit im Fokus. Ich sehe Frauen, die stunden-, tage-, wochenlang sticken. Sie füllen Zentimeter für Zentimeter des Stoffes mit Bildern. Repetitive Wellenbewegungen begleiten das Eindringen und Austreten der Nadel; traditionelle weibliche Gesten.

Dann eröffnen sich mir die Darstellungen: auch hier wieder Hände und Gesten. Generell zeigen ikonografische Darstellungen die Hände der Marienfigur segnend, betend, sich öffnend und verletzlich, auf den Sohn verweisend. Sie sind sofort erkennbar als religiöse Symbolik und sind gleichzeitig die Bewegungen einer Frau und Mutter.

Diese weiblichen Gesten habe ich in meiner installativen Arbeit aus ihrem Kontext gelöst und von ihrer Eindeutigkeit befreit. Wie tänzerische Bewegungen durchdringen die Hände den offenen Raum der Kirche. Sie verweisen immer noch auf traditionelle Weiblichkeit, verlassen nun aber die ihnen zugeschriebenen Grenzen."

Susanne Gabler

seit 2005 Abschluss | Angewandte Kunst | Hochschule Wismar
freiberufliche Selbstständigkeit | Planung
innenarchitektonischer und grafischer Projekte | Freie Kunst


seit Anfang 2019 Galerieleitung im Team | Galerie Hinter dem Rathaus Wismar 


Gemeinsam sticken in der Marienkirche Rostock im Rahmen des Projektes „Teppichgeflüster“ 

 

"Maria wird als Schnittstelle zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen gesehen. Das ist ein Grund warum Menschen Maria verehren. Sie ist ihnen näher, gleicher sowie eine Frau und Mutter und bietet damit vielfältige Identifikationen. 

Ihr zu Ehren wurden die Marienkirchen gebaut. In dieser Marienkirche in Rostock gibt es sogar einen Marienteppich. In Sichtweite dieses traditionellen und textilen Bildes lade ich ein, gemeinsam in der Marienkirche in Rostock zu sticken.  

Sticken ist eine kontemplative, alters- und geschlechtsübergreifende und vor allem eine direkt zugängliche Technik. An diesem Tag sitzen wir zusammen und entwickeln als eine temporäre Gemeinschaft unser textiles Bild.  

Jede und jeder fügt einen Teil hinzu. Die Einzelteile entstehen individuell. Rhythmisch ergeben sie Stück für Stück ein größeres Gesamtbild. Im Detail lassen sich die unterschiedlichen Fertigkeiten erkennen und in der Gesamtheit ein zusammenhängendes Ergebnis. Dieses grafisch abstrakte Muster wird zum Abbild unserer Zusammenarbeit. Gleichsam ist es Ausdruck der Kraft der Gemeinschaft.  

Während des Stickens geben sich die Teilnehmenden dem Gemeinschaftsprozess hin und verbinden sich temporär miteinander, mit der Marienkirche, dem Marienteppich und mit Maria. Der bestickte Stoff wird zum sozialen Objekt." 

Gesine Bahn

"seit 1958 auf dieser Welt...
schon immer gerne mit den Händen arbeitend: Textilgestaltungsstudium... schon immer gerne mit Menschen arbeitend: 22 Jahre in der berufsbezogenen Jugendsozialarbeit und 11 Jahre Betreiberin einer kleinen Pension... Mitarbeit in verschiedenen Textilkunstprojekten... Gruppe Aktion Textil 1984-1991... Externsteine-Werkstatt für Handwerk, Kunst und Bildung 2012-2015... zuletzt Teilnahme an dem Kunstprojekt 'Die Erkundung der Erkundung' Kulturgut Wintrup 2019... dabei ist es mein Anliegen auf den Ort und das Thema bezogen meine Ideen sprudeln und sich entwickeln zu lassen... darüberhinaus seit 1995 Erweiterung des körperlichen Erfahrungsschatzes über die Hände hinaus mit den 'Heilenden Kräften im Tanz'... und nun der Marienteppich... zunächst tanzend fließt das Thema 'Empfangen' in meinen Körper, die Erde der Backsteinfliesen unter meinen Füßen und die weite Öffnung des Gewölbes über mir... ja, und dann eine Installation an diesem Ort... über verschiedene Ideen lande ich auf dem Roten Teppich... ein roter Teppich nicht nur für Maria und den Marienteppich sondern für all' die Stickerinnen dieses Teppichs, für alle Frauen dieser Welt..."

Eleftheria Esperanto

2000 geboren in Hamburg
freischaffende Künstlerin/Rostock

"Als ich an den Projekten arbeitete, dachte ich über vieles nach.

Unter anderem über weibliche Wut, und wie Stigma behaftet sie in unserer Gesellschaft wahrgenommen wird.

Was bei vielen Männern als kraftvoll und durchsetzungsstark angesehen wird, gilt bei Frauen oft als unmanierlich und hysterisch.

Maria, die Mutter Jesus, wird meist sanft dargestellt, doch ich kann mir gut vorstellen, dass bei allem  was ihr wiederfuhr auch Wut in ihrem Herzen brannte. Wut ist kraftvoll und wichtig um Dinge zu verändern und um sich zu entwickeln.

Jedenfalls war das bei mir persönlich der Fall. Auch als Frau muss man nicht stehts demütig durchs Leben gehen. Demut ist eine starke Eigenschaft doch Wut ist der Demut ebenbürtig.

Das war meine Erkenntnis."


Stephan Deglow

geb. 1982 in einem Topf Absurdisiakum in Rostock, dem Drill seiner Eltern („Auf! Geh! Wachsen!“) folgte er - ist groß geworden, heute unsicher, ob „Ob-und-wenn-dann-wann-Kenobi“ den Freiheitskampf aller ToDos gewinnen kann.

Stefka Weiland

Tanzpädagogin und -therapeutin Stimmpädagogin

Musikerin

Mediatorin

Nonviolence Coach

Dozentin am Institut HKiT Management Tagungszentrum Tanzheimat Inzmühlen


Seit 30 Jahren erforscht Stefka Weiland Tanz -und Musikkulturen aus aller Welt.

Auf ihren Studienreisen rund um den Globus fanden einige Instrumente bei ihr eine neue Klang-Heimat, die auch in den Performances der dancing dialogue Gruppe von Gabriele Fischer dargeboten wird.

In „Teppichgeflüster“ webt sie einen Klang durch den sakralen Tanzraum in Resonanz mit den TänzerInnen und dem Publikum, der die Zuschauer einlädt, durch Stimme und Töne mit zu atmen und sich in das Stoff-Gewebe einzufühlen, sich mit verstricken zu lassen und  eine sinnliche Reise mit dem  Marienteppich anzutreten. 
















 




 

Dancing Dialogue Kollektiv


Gabriele Fischer

Leitung Dancing Dialogue Kollektiv

1951 geboren
Berufspädagogin. 1986 Gründung des tanzpädagischen und tanztherapeutischen Instituts HKIT, Lüneburger Heide. 
Seit 1999 Leitung Dancing Dialogue mit Studienschwerpunkt performative Annäherung an sakrale Kunst weltweit.


Über Dancing Dialogue:

"Über Bewegung in Kontakt zu treten mit einem Gegenüber, sei es nun ein Mensch, eine Situation im Leben oder ein Kunstwerk setzt voraus, dass wir bereit sind zuzuhören, hinzuschauen, mit allen Sinnen präsent zu sein. Da beginnt der Tanz, in der Bewegung als Reaktion auf das sinnlich Wahrnehmbare. Im tänzerischen Dialog begegnen wir im Gegenüber uns selbst. Dancing Dialogue lädt das Publikum ein, sich nicht nur auf die visuelle und auditive Wahrnehmung zu beschränken sondern die Welt synästhetisch und multimedial über den Tanz zu erfahren und tief in sich drinnen in Bewegung zu geraten, in Dialog zu kommen, mit dem, was wirklich wichtig ist.


Lauschen, zuhören, empfangen. Mit allen Sinnen dem Marienteppich entgegen treten. Was bewegt sich da? Ein Einhorn springt mir entgegen? Die Rosenblüten verströmen ihren Duft? Die Nadel, die sich einen Weg durch das Gewebe sucht? Weberschiffchen, die sich von rechts nach links bewegen, kreiselnde Spindeln … genäht, gestickt, appliziert, gewoben, gesponnen tritt uns der christliche Glaube entgegen und darin die Totalität des Lebens. Das Johannes Evangelium. Die Apokalypse, der Weltuntergang. Die Frau mit dem Kind. Wovon erzählt uns der Teppich? Heute noch, nach 500 Jahren? In der Bewegung, im Tanz, ganz körperlich erfahren öffnet sich Performenden und  Publikum ein zarter, taktiler Weg der Hoffnung."

Stefka Weiland

Musik und Klang TEPPICHGEFLÜSTER

Tanzpädagogin und -therapeutin Stimmpädagogin

 Musikerin

Mediatorin

Nonviolence Coach

Dozentin am Institut HKiT Management Tagungszentrum Tanzheimat Inzmühlen


Seit 30 Jahren erforscht Stefka Weiland Tanz -und Musikkulturen aus aller Welt.

Auf ihren Studienreisen rund um den Globus fanden einige Instrumente bei ihr eine neue Klang-Heimat, die auch in den Performances der dancing dialogue Gruppe von Gabriele Fischer dargeboten wird.

In „Teppichgeflüster“ webt sie einen Klang durch den sakralen Tanzraum in Resonanz mit den TänzerInnen und dem Publikum, der die Zuschauer einlädt, durch Stimme und Töne mit zu atmen und sich in das Stoff-Gewebe einzufühlen, sich mit verstricken zu lassen und  eine sinnliche Reise mit dem  Marienteppich anzutreten. 


Performerinnen im Dancing Dialogue Kollektiv:

Malgorzata Maria Pastian

Gesine Bahn

Sylvia Borrink

Gerlinde Lambeck

Yvonne Middelborg




Zeichnung: Eleftheria Esperanto 

Konzept/Künstlerische Leitung/Layout: Yvonne Middelborg 

 Das Projekt wird umgesetzt in Zusammenarbeit mit dem Institut Heilende Kräfte im Tanz ®, Unterstützt von der Rostocker Evangelisch-Lutherischen Innenstadtgemeinde und finanziell gefördert Vom Kulturamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.